022 Iran
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- Geschrieben von Stefan
8.12.2011 Ashgabat, Turkmenistan – Sabzevar, Iran
Gefahrene km 8.12.2011: 300
Gefahrene km Total: 25’180
Die Grenze zwischen Turkmenistan und Iran konnten wir ohne Probleme hinter uns lassen! Nach ca. 2 Stunden waren wir im Iran, und zur Überraschung von uns wurde das Auto überhaupt nicht durchsucht. Dies hat es bis jetzt so noch nicht gegeben. Nicht einen einzigen Blick haben die Iraner in das Auto geworfen..
Etwas vom schönen am Iran ist, dass man nach Monaten endlich wieder einigermassen vernünftige Strassen hat. Die Strecke von der Grenze war echt schön mit all den schneebedeckten Hügel und Bergen..
9.12.2011 Sabzevar – Semnan, Iran
Gefahrene km 9.12.2011: 450
Gefahrene km Total: 25’630
Die heutige Fahrt war geprägt von wüstenähnlicher Steppe, zerfurchten Hügel, schneebedeckten Bergen, staubigen Dörfern und viel Verkehr auf den Strassen.
10.12.2011 Semnan-Teheran, Iran
Gefahrene km 10.12.2011: 250
Gefahrene km Total: 25’880
Da uns langsam das Iranische Geld ausging, suchten wir mal eine Bank auf um Geld zu wechseln. Dies erschien in dem Städtchen gar nicht so einfach. Auf der dritten Bank wo wir versuchten Geld zu wechseln, trafen wir den netten jungen Iraner Mehdi, welcher uns mit seinem Auto in die richtige Bank führte und uns half Geld zu wechseln. Nun haben wir knapp 6 Millionen
, leider Rials und nicht Dollar..
Als wir mit Landy wieder losfahren wollten, blockierte uns ein Auto, zwei Männer stiegen aus und kamen ans Fenster. Es waren eine Art Polizisten in Zivil welche unsere Pässe sehen wollten. Wir mussten ihnen folgen auf das „departement of Passport“. Vermutlich wollten sie sicher gehen dass wir keine Reporter sind, wegen den politischen Unruhen im Land
. Am Schluss haben sie sich entschuldigt und wir konnten nach ein paar Minuten weiterfahren.
Endlich in Teheran angelangt, haben wir herausgefunden, dass der Verkehr doch nicht ganz so schlimm ist wie alle sagen, man muss einfach den absolut chaotischen Fahrstil der einheimischen übernehmen
. Zudem ist es eine gute Vorbereitung für den Verkehr in Indien!
Mitten in Teheran haben wir uns niedergelassen! Auf der Suche nach einem Restaurant landeten wir in der Musikstrasse, wo ein Laden neben dem anderen hochqualitatives Material für Bands, DJs, Musiker und Musikliebhaber verkauft. Ja in Teheran ist schon Geld vorhanden und anscheinend richtig was los, wenn man wüsste wo!
11.12.2011 Teheran, Iran
Gefahrene km 11.12.2011: 0
Gefahrene km Total: 25’630
Etwas überrascht haben wir entdeckt, dass unser Hotel praktisch neben der britischen Botschaft liegt! Und ausserdem ist auch die französische und italienische Botschaft nicht weit entfernt... Ideal, oder
? Natürlich konnten wir es nicht unterlassen, ein Auge auf die britische Botschaft zu werfen. Konnten aber nichts Spezielles entdecken, ausser das natürlich keine Fahnen mehr zu sehen sind und die Mauern drum herum etwas mitgenommen aussehen... Ansonsten merken wir aber nicht viel von den aktuellen Unruhen. Die Leute sind meistens sehr nett und hilfsbereit. Wenn wir beispielsweise verloren auf der Strasse stehen und verzweifelt auf den Stadtplan starren, kommt immer jemand der uns probiert zu helfen. Und auch sonst werden wir viel angesprochen. Zudem besuchten wir heute wieder mal einen Basar. Nach einem Teigwaren-Sandwich zum Zmittag
, fuhren wir mit der Metro in den nördlichen Teil von Teheran, der die gehobenen Hotels und Geschäfte beherbergt. Zum Abendessen gingen wir in den „armenischen Club“, welcher nur für Christen zugänglich ist! Am Eingang nehmen daher die Frauen ihr Kopftuch und ihren Mantel ab und laufen ziemlich freizügig durch die Gegend! War ganz interessant zu sehen und für mich (Maryse) auch sehr relaxt mal ohne Kopftuch zu essen!
12.12.2011 Teheran, Iran
Gefahrene km 12.12.2011: 0
Gefahrene km Total: 25’630
Der zweite Tag in Teheran haben wir wieder mit Sightseeing verbracht. Um uns einen guten Blick von der 16 Millionen Stadt zu verschaffen, begaben wir uns kurzerhand auf den 435m hohen Milad Tower. Von der 300m hohen Plattform war die Aussicht fantastisch! Im Norden posierten die mächtigen schneebedeckten Berggipfel. Ziemlich erstaunt waren wir über die in der nähe des Turms befindliche Shopping mall für reiche! Angeblich die teuerste Shopping Mall in Teheran.
Bevor der Milad Tower zum Wahrzeichen von Teheran wurde, war es der eher von Bildern bekannte Azadi Tower, welchen wir dann ebenfalls besuchten.
So, noch ein anderes Erlebnis ist das U-Bahn fahren in den meist vollgestopften Zügen! In Der Teheraner U-Bahn hat es spezielle Wagen nur für Frauen. Da wir uns jedoch jeweils nicht verlieren möchten in der U-Bahn, kommt Maryse jeweils mit in den "allgemeinen" Teil des Zuges und ist umringt von Iranischen Männern
. Aber sie schlägt sich ganz tapfer
!
Zum Schluss der Sightseeing Tour haben wir noch den Golestan Palace mit verschiedenen Museen im Zentrum besucht.
Zum Abendessen gabs eine fantastische Lasagne in einem unheimlich kleinen Restaurant mit 3 kleinen Tischen, war Supper!
13.12.2011 Teheran – Dizin, Iran
Gefahrene km 13.12.2011: 130
Gefahrene km Total: 26’010
Im Verlaufe des Morgens machten wir uns auf den Weg ins Skigebiet Dizin. Wussten zwar nicht ob die Lifte überhaupt laufen, aber nach den Tagen in Teheran brauchten wir unbedingt etwas frische Bergluft! Je höher wir fuhren desto zuversichtlicher wurden wir jedoch, dass es mit dem Skifahren klappen könnte. Und tatsächlich, die Gondeln fahren wacker auf und ab
. Übrigens liegt Dizin auf 2700m und die Lifte fahren bis 3400m hinauf! Da wir erst am Nachmittag ankamen, gingen wir aber nicht mehr auf die Piste. Haben ein schönes Hotel unmittelbar an der Talstation mit wunderbarer Aussicht aufs Skigebiet! Da fühlt man sich direkt wie in den Skiferien
. Nach dem Abendessen entdeckten wir im Hotel einige Massagesessel, die wir natürlich ausprobierten! Die Massage ging von Kopf bis Zehen inklusive Arme
. Wir bevorzugen jedoch nach wie vor nicht maschinelle Massagen
.
14.12.2011 Dizin, Iran
Gefahrene km 14.12.2011: 0
Gefahrene km Total: 26’010
So, heute hatten wir einen richtig coolen Tag! Snowboardfahren in einem richtigen Skigebiet. Doch bevor wir loslegen konnten, mussten wir natürlich noch ein Brett und Schuhe haben. Beim örtlichen Snowboardverleih konnten wir dann auswählen zwischen miesen Boards und halbmiesen Boards
. Ebenfalls die Schuhe hatten mal bessere Tage gesehen.
Dann mal los Richtung veraltete Gondelbahn! Wir waren uns nicht ganz sicher wo man mehr Adrenalin hat, auf einer Achterbahn oder in diesen Gondeln
. Aber mit der Zeit haben wir uns daran gewöhnt!
Dizin in ein recht grosses Gebiet mit ca. 15 Liften. Da es nur 2 Stunden von Teheran entfernt ist, kommen viele Iraner, welche Geld haben, von dort hierher.
Die Pisten waren ganz gut zum fahren und wir hatten perfektes Wetter! Leider mussten wir auf den fluffy powder verzichten, aber immerhin hatte es absolut genügend Schnee!
Ja hier in Dizin auf den Pisten merkt man nichts mehr von den Regeln des Irans! Frauen fahren ohne jegliche Kopfbedeckung mit wehendem Haar umher und die ganze Stimmung ist herrlich relaxed. Auch bei unserem Mittagsstopp war es super. Gute unkommerzielle Technomusik in einem ganz gemütlichen kleinen Beizli! Das Süppli gab uns wieder etwas Kraft um am Nachmittag weiter riden zu können
. Nur das Bier fehlte doch ein wenig!
Doch etwas erschöpft vom Tag haben wir uns dann zum Abendessen wunderbare Spaghetti selbst gekocht, da das Restaurant hier doch etwas teuer ist!
15.12.2011 Dizin, Iran
Gefahrene km 15.12.2011: 0
Gefahrene km Total: 26’010
Auch heute machten wir wieder die Pisten von Dizin unsicher
. Leider war das Wetter nicht mehr ganz so perfekt wie gestern, aber trotzdem ganz passabel. Vielleicht noch ein Wort zu den Preisen hier im Skigebiet: Tageskarte Fr. 20.- , Miete für Ausrüstung Fr. 20.-. Auf der Piste lernten wir ein Iraner-Paar kennen, die uns nach dem Boarden in ein Restaurant zum Abendessen einluden. Aber damit war die Grosszügigkeit noch nicht zu Ende... Sie zahlten Stefan eine iranische SIM-Karte, luden uns ein in ihr Ferienhaus weiter oben im Norden, wollten uns eine Tour mit ihrem Bruder in die Wüste organisieren und natürlich luden sie uns in ihr Zuhause in Teheran ein. Die iranische Gastfreundschaft ist wirklich überwältigend und es ergeben sich immer interessante Gespräche. Da wir die nächsten Tage eigentlich schon verplant haben, mussten wir ihre Angebote dankend ablehnen.
16.12.2011 Dizin – Kashan, Iran
Gefahrene km 16.12.2011: 390
Gefahrene km Total: 26’400
Nun haben wir den Skiort Dizin verlassen. Da wir kein Iranisches Geld mehr hatten, machten wir einen kleinen Abstecher nach Teheran, aber nicht mit dem Landy sondern mit dem Zug und der U-Bahn. Nun haben wir in Teheran alle Verkehrsmittel (ausser Fahrrad
) benutzt!
Die Weiterfahrt bis in die Stadt Kashan war problemlos. Erstaunt waren wir über die Beleuchtung der Autobahn. Von Teheran aus waren die ersten 150km komplett beleuchtet. 2 mal mussten wir nicht mal Autobahngebühren bezahlen, da anscheinend die Leute Freude haben an solchen Weltenbummler wie uns.
In Kashan haben wir ein wunderbares Hotel in einem alten, grossen, traditionellen Haus mit einem wunderbaren Innenhof gefunden. Man fühlt sich wie in einem kleinen Museum.
17.12.2011 Kashan, Iran
Gefahrene km 17.12.2011: 0
Gefahrene km Total: 26’400
Da mein Magen (Maryse) wieder mal verrückt spielte
, nahmen wir den heutigen Tag ziemlich gemütlich in Angriff. In Kashan gibt es viele traditionelle Häuser, wovon einige der Grossen restauriert wurden. Sie haben wunderschöne Stuckaturen, mit Spiegelchen und Mustern verzierte Decken, bunte Fenster und grosszügige Innenhöfe mit Teichen. In diesen Häusern wohnte natürlich nicht das normale Volk, sondern reiche Teppichhändler oder sonstige hohe Tiere
. Wir besichtigen zwei dieser Häuser und genossen dann den restlichen Nachmittag an der Sonne im Garten unseres Hotels.
18.12.2011 Kashan – Isfahan, Iran
Gefahrene km 18.12.2011: 230
Gefahrene km Total: 26’630
Bevor wir aus Kashan verschwanden, haben wir uns noch den Markt angeschaut. Interessiert haben uns fast mehr die Dächer, welche wir mit Hilfe eines Einheimischen bestiegen, als der Markt selbst. Ganz speziell war die Bauart dieser gewölbten Dächer, bestehend aus einer Art Stroh Lehm Mischung.
In Isfahan angekommen, fanden wir zum Glück schnell ein gutes und günstiges Appartement Hotel mitten im Zentrum.
19.12.2011 Isfahan, Iran
Gefahrene km 19.12.2011: 0
Gefahrene km Total: 26’630
In einem Reisebüro in Isfahan machten wir uns schlau über die Fähre von Bandar Abbas nach Dubai. Wir bekamen soweit brauchbare Infos, müssen aber das ganze Organisatorische direkt in Bandar Abbas machen. Nachdem dies erledigt war, machten wir uns auf den Weg zum Imam Square, das Herzstück von Isfahan. Kamen aber nicht bis zur ersten Moschee, da uns vorher der junge Iraner Abed ansprach und zum Tee in seinen Shop einlud. Er wollte uns aber keinen seiner Teppiche andrehen sondern einfach ein bisschen plaudern. Nach einer gemütlichen Teerunde machten wir uns zusammen mit Abed auf den Weg zum Mittagessen. In einem gemütlichen Restaurant lernten wir wie man das traditionelle Gericht „Dizi“ richtig isst. Dies läuft folgendermassen: man bekommt ein hohes Gefäss voller Suppe mit Kichererbsen, Kartoffeln, Tomaten und weich gekochtem Lammfleisch. Nun wird nur die Flüssigkeit in eine separate Schale voller Brotbrocken abgeschüttet und so gegessen. Die restlichen Zutaten im hohen Gefäss werden mit einem Stöpsel zerdrückt bis alles einen ganz appetitlichen Brei gibt
. Nun kann auch dies normal im Teller gegessen werden. Dazu gibt’s noch Nature-Joghurt und zum Trinken einen Joghurtdrink mit Mintgeschmack. Tönt vielleicht etwas exotisch und kompliziert, aber schmeckt ganz gut
. Mit vollen Bäuchen gings nochmals zum Tee zu Abed. Dann endlich konnten wir unser Sightseeing fortsetzten und die prächtige Imam Moschee besichtigen. Danach flanierten wir noch ein bisschen um den Imam Square. Als wir uns an die Sonne setzen, kam eine Frau in Tschador und überreichte uns wortlos ein Mandarindli und Nüsse. Auf dem Heimweg wurden wir wieder angesprochen von iranischen Studentinnen die ihr Englisch üben wollten und eine kleine Fotosession durfte auch nicht fehlen. Wir sind immer wieder erstaunt wie offen und interessiert die Leute gegenüber Ausländern sind. Vielmals hören wir bei den Gesprächen mit den Einheimischen auch ziemlich kritische Stimmen gegenüber der iranischen Regierung!
20.12.2011 Isfahan, Iran
Gefahrene km 20.12.2011: 20
Gefahrene km Total: 26’650
Den heutigen Tag haben wir so richtig gemütlich in Angriff genommen! Nach einem feinen Frühstück, welches wir übrigens hier aufs Zimmer serviert bekamen, schlenderten wir sehr gemütlich, mit einigen Pausen an der schönen Sonne, zu der bekannten Si-o-Seh Brücke.
Als wir die Pedalos im Fluss entdeckten, sind wir natürlich gleich Richtung „Pedalo Bahnhof“ und mieteten uns eins dieser Dinger. Haben dann schnell rausgefunden dass die Einheimischen auch „Putschpedalos“ spielten, haben natürlich tapfer mitgeholfen
.
Später im Tag besuchten wir noch die „shaking minarets“, wo eine Person jeweils in einem der kleinen Minaretts hin und her wackelt und der andere Turm sich ebenfalls leicht bewegt. Die einen Glauben an eine magische Kraft die diesen Effekt verursacht, die anderen einfach an die Spezielle Bauweise.
Kurz vor dem Sonnenuntergang kraxelten wir noch zu einer zoroastrischen Ruine rauf, von wo aus wir noch einen guten Blick über Isfahan erhaschen konnten.